Interview mit Mariel Pichmann

Veröffentlicht von wohnzimmerslam am

Foto: Johanna Vollmer

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Mariel Pichmann hat schon häufiger beim Online-Content des Wohnzimmerslams mitgewirkt – unter anderem bei mehreren Storyslams als Poetin und mit einem Auftritt beim „Partykellerstream #2“ auf Instagram. Kurz vor Pandemieausbruch hat sie Poetry Slam für sich entdeckt und freut sich von daher sehr, hoffentlich bald wieder vor wahrhaftigem Live-Publikum auftreten zu dürfen.

Was fühlst du, wenn du anmoderiert wirst?

Totale Nervosität, aber auch Begeisterung. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und meistens zittern meine Hände, aber es ist eine positive Aufregung mit ganz viel Vorfreude.

Unter welchen Gegebenheiten fühlst du dich am kreativsten?

Ich bin gerne alleine wenn ich etwas schreiben will, meist in meinem Zimmer auf meinem Sofa, ganz gemütlich. Aber ich sitze auch gerne bei meinem Pferd auf der Wiese und schreibe dort. Viele Ideen kommen meistens sowieso sehr spontan in den verschiedensten Situationen.

Wie bist du überhaupt zu Poetry Slam gekommen?

Eine Mitschülerin aus der Grundschule hat mich gefragt, ob ich bei ihrem Poetry Slam mitmachen möchte, da habe ich auch das erste Mal genauere Infos bekommen, was Poetry Slam überhaupt ist und wie es funktioniert. Leider konnte ich zeitlich nicht, aber von da an habe ich mich selbst auf die Suche nach Slams bei mir in der Nähe gemacht und bin fündig geworden. Zuerst war ich nur Zuschauerin, dann hat mich der Mut gepackt und ich habe mitgemacht und seitdem kann ich fast gar nicht mehr ohne Poetry Slam.

Was fasziniert dich an Poetry Slam?

Die Menschen. Die Menschen und die Texte, die Geschichten, die dort erzählt werden. Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich jede:r für sich ist und wie unterschiedlich auch die Texte sind.
Auch fasziniert mich dieser Zusammenhalt und der Respekt, sowohl hinter als auch auf der Bühne. Man wird jedes Mal so herzlich empfangen und fühlt sich direkt wohl. Ich finde es unglaublich, was für eine schöne Atmosphäre vor Ort herrscht.

Kurz bevor die ersten Kulturveranstaltungen coronabedingt abgesagt wurden, hast du Poetry Slam für dich entdeckt. Wie sehr freust du dich nun auf echte Live-Veranstaltungen?

Ich kann es kaum erwarten, wieder auf der Bühne zu stehen! Ich freue mich wirklich sehr darauf, wieder vor Ort zu sein, all diese tollen Menschen live zu sehen, mit ihnen zu quatschen, den Applaus der Leute zu hören und damit die Bestätigung, dass man alles richtig gemacht hat und genau an diesen Ort gehört.

Nun ein paar „persönlichere“ Fragen:

Was war bisher dein schönster Slam-Moment?

Ich würde sagen, mein allererstes Mal auf der Bühne, beziehungsweise als ich dann von der Bühne runtergekommen bin. Ich habe so viel Zuspruch und so liebe Kommentare bekommen. Alle haben sich mitgefreut, mich umarmt und mit dem Applaus der Leute war es ein wirklich unglaubliches Gefühl, endlich angekommen zu sein und dazuzugehören.

Du hast ja bei mehreren Storyslams von uns mitgemacht. Erzähl uns gerne von einem deiner Outtakes beim Videodrehen!

Oh, es gibt jedes Mal so viele unzählige Versuche, die dann am Ende wieder gelöscht werden. Witzig ist es immer, wenn man selbst weiß, dass man ein Wort vergessen hat und dann versucht, den ganzen Satz so umzustellen, dass er trotzdem noch Sinn macht. Was da immer bei rum kommt…

Hast du Vorbilder auf der Bühne und wenn ja, welche?

Auf jeden Fall, ich bin ein Riesenfan von Julia Engelmann, aber auch von Jule Weber, die ich ja selbst kennenlernen durfte bei meinem ersten Auftritt. Ich liebe ihre Texte dafür, dass sie so unter die Haut gehen und ihre offene und herzliche Art. [Jule Weber haben wir auch interviewt!]

Zeig uns gerne einen kleinen Ausschnitt aus einem bisher unfertigen Text von dir!

Menschen sind wie Träume.
Sie wollen ein Bild von sich vermitteln, das nicht immer der Realität entspricht, sondern viel öfter Wünschen, Träumen, wie man gerne sein würde und wenn es am schönsten ist, dieses Bild perfekt passt, dann reißen es andere Menschen ein und entziehen diesem Bild jegliche Glaubwürdigkeit.

Und dem, was drauf folgt, treten sie nur mit Zweifeln entgegen, bewerten alles bis ins kleinste Detail, ohne das Ganze zu sehen, das, was dahintersteht, was sie zu diesem Bild von sich gebracht hat.

Vor dir haben wir Hanna Flieder interviewt. Folgende Frage hat sie uns für die nächste Person, die interviewt wird (in dem Fall für dich) vorgeschlagen: Wenn du dir jetzt den Himmel anschaust, an was denkst du dann?

Ich denke an all die Träume, die noch darauf warten, gelebt zu werden.

Zum Abschluss:

Auf deinem Instagram-Account kann man unter anderem sehen, dass du Pferde sehr gern hast. Wo bist du glücklicher: auf dem Pferderücken oder auf der Bühne?

Das ist schwierig zu sagen, da man es gar nicht vergleichen kann. Ich würde das „oder“ rausnehmen. Ich bin sowohl auf dem Pferderücken als auch auf der Bühne superglücklich.

Was würdest du der Person, die nach dir interviewt wird, für eine Frage stellen (wir verraten nicht, wer das ist)?

Wenn alles nur Erdenkliche möglich wäre, was würdest du gerne tun?

Was ist dein Lieblingsgegenstand in deinem Wohnzimmer?

Mein erstes eigenes, selbst veröffentlichtes Buch „Vom Mädchen, das ihr Herz verschenkte“.

Was ist dein größter Traum im Bereich Poetry Slam?

Bekannter zu werden, auf größeren Bühnen zu stehen und noch mehr Menschen erreichen zu können. Es geht mir gar nicht um das „Berühmtwerden“ oder so, sondern viel mehr darum, Menschen mit meinen Texten zu helfen, sie zu berühren, zum Nachdenken anzuregen.

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